Der Wasser-Botschafter
In unserer aktuellen Sommer-Ausgabe für das Jahr 2011 hat die „informiert!“-Redaktion mit dem Wasser-Sommelier Torsten Henkels gesprochen. Der Solinger zeigt auf, wie viele geschmackliche Facetten Wasser haben kann.
Was der Unterschied zwischen Tafel- und Mineralwasser ist, wie Ihnen mit Mineralwasser Rezepte optimal gelingen, was für Aufgaben Wasser im menschlichen Körper hat, wie Sie am besten trinken – all dies lesen Sie hier.
Wasser hat viele Gesichter. Kennen Sie alle?
Natürliches Mineralwasser stammt aus unterirdischen Wasservorkommen und hat einen natürlichen Gehalt an Mineralien. Es ist „ursprünglich rein“, noch am Quellort abgefüllt und amtlich anerkannt. Die Qualität wird regelmäßig kontrolliert. Es gibt stilles Mineralwasser, aus dem die Kohlensäure ganz oder teilweise entfernt wurde, sowie kohlensäurehaltiges Mineralwasser.
Tafelwasser ist kein natürliches Produkt, sondern wird aus verschiedenen Wasserarten und Zusätzen hergestellt.
Quellwasser – am Quellort abgefüllt – fließt in unterirdischen Wasservorkommen und wird direkt am Quellort abgefüllt. Zudem muss es die festgeschriebenen Kriterien für Trinkwasser erfüllen.
Natürliches Heilwasser ist ein reines Naturprodukt, direkt am Quellort abgefüllt, aus unterirdischen Wasservorkommen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Wegen seiner charakteristischen Mineralstoffe und Spurenelemente wirkt es heilend, lindernd und vorbeugend. Es ist amtlich zugelassen.
Leitungswasser wird industriell aufbereitet und gefiltert. Es besteht zu zwei Dritteln aus Grund- und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser.
Quelle: Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.
Wissenswertes zu Wasser
Lebenselixier
Wasser macht mehr als 70 Prozent der Erde und durchschnittlich knapp 60 Prozent des menschlichen Körpers aus. Am höchsten ist der Wasseranteil in Blut und Lymphflüssigkeit – sie gehören zum „Plasmawasser“. Plasmawasser hat im Körper jedoch den geringsten Wasseranteil. Die dreifache Menge davon befindet sich im sogenannten Intersitium: Dazu gehören Bindegewebe, Gefäße und Nerven. Mehr als die Hälfte der Wassermenge tragen die Körperzellen in sich (Intrazellulärraum). Ein Knochen zum Beispiel besteht zu etwa einem Viertel aus Wasser, das Gehirn zu rund 70 Prozent. Aus wie viel Wasser insgesamt ein Mensch besteht, ist aber auch abhängig von seinem Alter, Geschlecht, seinen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten und dem Körperfettanteil. Säuglinge und Sportler haben den größten Wasseranteil, danach folgen in absteigender Reihenfolge Männer, Frauen und Übergewichtige. Ältere Menschen bestehen mitunter nur noch aus 30 bis 40 Prozent Wasser. Ausgeschieden wird Flüssigkeit nicht nur über den Toilettengang – hinzu kommen Atmung und Schweiß. Durchschnittlich verliert der Körper durch diese Prozesse täglich etwa 2,5 Liter Wasser, das über Trinken und Nahrungsaufnahme wieder zugeführt werden muss.
Funktionen
Wasser trägt sämtliche Nähr-, aber auch Giftstoffe durch den Körper und ist damit eine Art Lösungsmittel. Über Blut und Lymphflüssigkeit werden etwa Spurenelemente, Salze, aber auch elektrische Reize transportiert. Zudem wirkt Wasser wie eine Klimaanlage: Indem der Körper bei Hitze oder körperlicher Anstrengung Schweiß produziert, kühlt er die Temperatur auf der Haut wieder herunter.
Trinken? Ja! Aber...
… was? Am besten Wasser, Kräuter- oder Früchtetees ohne Zusätze wie Zucker, Coffein und künstliches Aroma.
…wie viel? Wer ein gesundes Herz und gesunde Nieren hat, kann so viel trinken, wie er möchte. Mindestens sollte der Körper 1,5 bis zwei Liter Wasser aufnehmen. Je salziger sich jemand ernährt – dazu gehören nicht nur Salzstangen und Chips, sondern auch Fleisch und Käse –, desto mehr sollte er trinken. Gemüse- und Obst-Esser nehmen durch Gurke, Apfel und Co. schon viel Wasser zu sich: Jeder Biss besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser.
…wann? Gleichmäßig über den Tag verteilt, zum Beispiel jede Stunde oder alle zwei Stunden ein bis zwei Gläser. Wer stundenlang trocken bleibt und zum Ausgleich eine Literflasche Wasser austrinkt, handelt falsch. Denn der Körper kann größere Flüssigkeitsmengen nicht verarbeiten. Wer Verdauungsprobleme hat, sollte nicht kurz vor, während oder nach einer Mahlzeit trinken. Denn mischen sich Wasser mit Magensäure und Verdauungsenzymen, kann die Nahrung nicht mehr richtig verarbeitet werden.
Ausgedörrt?
Wer zu wenig getrunken hat, merkt das über kurz oder lang an seinem Befinden. Flüssigkeitsmangel stört den Elektrolyte-Haushalt und kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung und sogar Fieber führen. Eine zu große Wasseraufnahme bewirkt bei Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Herzfunktion Atemnot und Wassereinlagerungen in der Lunge. Gesunde Menschen können aber ruhig so viel trinken, wie sie möchten.
Kein Durst?
Trotzdem – trinken muss sein. Deponieren Sie an allen Stellen, die Sie tagsüber besuchen, Wasserflaschen und gegebenenfalls Gläser: am Schreibtisch, am Kühlschrank, auf der Anrichte, am Couchtisch, am Bett, im Auto, im Garten. Und trinken Sie, wann immer Sie eine Flasche sehen. Wer schlicht keinen Durst hat, schafft so sein tägliches Pensum. Schmeckt Ihnen Ihr Wasser nicht, testen Sie andere Zusammensetzungen oder peppen Sie Ihr Wasser auf.
Linktipp: www.trinkberater.de.
Kochen mit Mineralwasser
Als kleiner Helfer in der Küche ist Mineralwasser vielseitig einsetzbar:
![]() | Es macht Backteig und Milchschaum (erst Milch erhitzen, dann Wasser zugeben und aufschäumen) schön locker, Kartoffelpüree geschmeidig und Magerquark cremig wie Sahnequark. |
![]() | Im Kochtopf verleiht es Obst und Gemüse eine frische Farbe. |
![]() | In Eiswürfeln hält sich die Temperatur länger: Sie schmelzen nicht so schnell wie Eiswürfel aus Leitungswasser. |
![]() | In Tee und Kaffee hält stilles Mineralwasser mehr Aromen und reduziert die Bitterstoffe – vorausgesetzt, es ist nicht zu reich an Mineralien. |
Tipps rund um Wasser – das raten die „FoodXperts“ – die Ernährungsspezialisten von LowFett 30.
Welches Wasser soll es sein?
Viele Menschen möchten gerne viele Mineralien im Wasser haben. Wer Bluthochdruck hat, sollte allerdings auf einen niedrigen Natriumgehalt achten – der Anteil sollte unter 200 Milligramm pro Kilogramm Wasser bleiben. Sportler können ruhig zu salzhaltigeren Wassersorten greifen, weil der Körper beim Schwitzen viele Mineralien verliert. Als Richtwert für salzarmes Wasser gelten bis zu 20 Milligramm pro Kilogramm Wasser. Wie viel Natrium ein Mineralwasser hat, steht auf dem Etikett unter „Analysedaten.
Sprudeln oder nicht?
Reine Geschmacksfrage. Stilles Wasser lässt sich leichter trinken. Wasser mit mittlerem Sprudelgrad vermittelt am ehesten das Gefühl, den Durst zu stillen. Stark mit Kohlensäure versetzte Wassersorten sind ideal, um sie mit Fruchtsaft zu mischen.
So peppen Sie Ihr Mineralwasser auf
Natürlich kann man alle möglichen Fruchtsäfte mit Mineralwasser mischen. Aber das bringt neben Geschmack leider auch ziemlich viele Kalorien mit sich. Mischt man zum Beispiel Apfelsaft und Wasser im Verhältnis 1:1, hat ein Glas schon 75 Kalorien. Auf die notwendigen zwei Liter Flüssigkeit pro Tag würden 500 Kalorien zusätzlich in die Energiebilanz einfließen. Eindeutig zu viel – erst recht, wenn man dazu noch ganz normal essen möchte. Besser ist es, das Mineralwasser kalorienneutral, also nur geschmacklich, anzureichern. Bewährt haben sich Früchtetees oder einige Spritzer Zitrone. Exotischer schmeckt es mit ein paar feinen Scheiben frischem Ingwer. Für Kinder kann man in Eiswürfel eingefrorene frische Beeren ins Glas geben. Das bringt nicht nur Geschmack ans Wasser, sondern auch eine tolle Optik.
Was tun mit angebrochenen Flaschen?
Wer abgestandene Wasserreste aus einer Flasche nicht leer trinken will, muss sie nicht unbedingt in den Ausguss kippen. Ihre Zimmerpflanzen freuen sich über diese kleine Extra-Portion Mineralien. Selbst ein frischer Blumenstrauß lebt damit ein bisschen auf.
Erfahren Sie mehr zum Online-Präventionskurs LowFett 30.
Ist Ihr Wasser-Element in Balance?
Wasser-Element – Anzeichen für ein Ungleichgewicht
Beantworten Sie sich die nachfolgenden Aussagen entweder mit „ja“ (1 Punkt) oder „nein“ (kein Punkt). Zählen Sie am Ende die Punkte zusammen und lesen Sie in der Auswertung, wie es um Ihr Element Wasser steht.
![]() | Ich erkälte mich rasch |
![]() | Ich benötige viel Salz – oder würde es gerne viel verwenden |
![]() | Alles Neue ist mir unheimlich |
![]() | Ich leide unter chronischer Erschöpfung |
![]() | Oft leide ich unter Kreuzschmerzen |
![]() | Ich muss extrem häufig Wasser lassen |
![]() | Wenn mir kalt ist, habe ich rasch eine gereizte Blase |
![]() | Meine Freunde bezeichnen mich als ängstlich |
![]() | Ich habe nächtliche Schweißausbrüche mit Kältegefühl |
![]() | Ich friere rasch und benötige immer eine Hülle mehr als andere |
![]() | Ich liebe heiße Außentemperaturen |
Auswertung
1-6 Punkte
Das Wasserelement ist wahrscheinlich vorübergehend im Ungleichgewicht
7-11 Punkte
Das Wasser-Element braucht Unterstützung um wieder ins Lot zu kommen. Keine kühlenden und kalten Lebensmittel essen, bis sie wieder eine wohltuende Körperwärme spüren. Mehrmals am Tag ein Glas heißes Wasser trinken. Auf warme Füße achten.






